Im Jahre 1836 beschloss Peter Radermacher, von Beruf Landwirt, eine Schnapsbrennerei zu errichten. Schon damals besaß er eine eigene Mühle und das gemahlene Korn diente ihm als Grundstoff bei der Schnapsherstellung. Dies war der Beginn der Brennerei Radermacher.
Nach Peters Tod übernahm dessen Sohn Leonard die landwirtschaftliche Brennerei.

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges begann eine schwierige Zeit für die kinderreiche Familie, die den Krieg nur dank der Landwirtschaft, die sie immer noch weiterführte, überlebte.
Während der deutschen Besetzung wurde die gesamte kupferne Destillieranlage beschlagnahmt, doch nach dem Krieg gelang es der Familie ausreichend Kapital zum Kauf einer neuen Brennkolonne aufzubringen.

Leonard starb im Alter von 69 Jahren und seine vier Söhne Josef, Peter, Willy und Lambert übernahmen die Führung des Familienunternehmens. Sie stellten hauptsächlich Schnäpse und Liköre her und füllten Wein, den sie in Fässern ankauften, in Flaschen ab.


Während des Zweiten Weltkrieges starb Peter. Da Lambert und Willy sich weigerten, der national-sozialistischen Partei beizutreten, verboten die Nazis ihnen weiterhin jegliche Alkoholproduktion und musste die Brennerei ihre Aktivitäten bis auf Weiteres einstellen. Alle Geräte wurden beschlagnahmt, sogar die Reifen des Lieferwagens, und der einzige Arbeitnehmer wurde von der deutschen Armee mobilisiert. Erneut gelang es der Familie dank der landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu überleben.

Nach dem Krieg verbesserte sich die Lage. Nach jahrelangen Entbehrungen konnte die Brennerei endlich wieder ihre Aktivitäten aufnehmen und gelang es ihr ihren Umsatz zu verzehnfachen.
1948 kauften die Brüder eine neue Destillieranlage und erhielten eine ministerielle Brenngenehmigung.

Lambert Radermacher starb 1983. Er hatte es immer bedauert, keinen Sohn zu haben, der eines Tages die Geschicke der Brennerei leiten würde. Dafür erbte aber sein Enkel, Bernard Zacharias, die Liebe und Leidenschaft zum Beruf von seinem Großvater.
Im Alter von 25 Jahren übernahm Bernard nach dem Tod seiner Großmutter im Jahr 1990 die Leitung der Brennerei.
Sein Enthusiasmus, seine Kreativität, vor allem aber sein Eifer und sein Respekt für altbewährte Familientraditionen haben der Brennerei ihren wohlverdienten Platz auf dem belgischen Genevermarkt zurückgegeben.

Mit großem Stolz blickt die Brennerei Radermacher heute auf ihre 170-jährige Existenz zurück und bietet eine vielfältige Auswahl an Korn- und Obstbränden, Likören, Fruchtschnäpsen und Geneverbieren an. Sie strebt das Topniveau des europäischen Marktes an, indem sie den ihr überlieferten alten Familienrezepten stets treu bleibt und ist äußerst auf die Qualität und die Vielfalt ihrer Produkte bedacht.
Nachdem die reingebrannten Erzeugnisse der Brennerei Radermacher lange Zeit allein den belgischen Kennern vorbehalten waren, wissen die Feinschmecker sie heute weltweit in mehreren Ländern mit wachsender Begeisterung zu schätzen.